
FESTIVALPROGRAMM

ARTISTS
Michaela Maria Hintermayr wurde 1980 in Oberösterreich geboren. Sie hat in Geschichte an der Universität Wien promoviert. Parallel dazu absolvierte sie Ausbildungen zur Medientechnikerin und Fotografin. Als freischaffende Künstlerin beschäftigt sie sich mit Themen rund um mentale Gesundheit, Identität und dem Unbewussten. Sie bewegt sich in ihrer Arbeit zwischen den Genres und drückt sich in Foto- und Videografie, Keramik und Lyrik aus.
Martin Lichtmann wurde 1957 in Heiligenhafen geboren und studierte von 1982 bis 1985 an der Musikhochschule in Lübeck. Er blickt auf eine erfolgreiche Karriere als Kontrabassist und Orchestermusiker zurück – davon mehr als 30 Jahre am Pfalztheater in Kaiserslautern. Als bildender Künstler konnte Martin Lichtmann seine keramischen Objekte bereits in zahlreichen Ausstellungen zeigen, zuletzt etwa in der Ausstellung „Fremde Welten“ in Flensburg oder in der Ausstellung „Meereswelten“ im Kloster Brunshausen bei Bad Gandersheim.
Gaby Reimers wurde 1942 in Gelsenkirchen geboren und lebt seit ihrem vierten Lebensjahr auf Fehmarn. Bereits während ihrer Kindheit begann sie, Geschichten für andere Kinder zu entwickeln und als Jugendliche erste Verse zu schreiben. Auf Wunsch der Eltern besuchte sie die Handelsschule und absolvierte eine Lehre im Außenhandel. Als junge Mutter von zwei Kindern lernte sie schließlich den Grafiker und Maler Hans Peters kennen und verspürte fortan oftmals den Drang, ihm von ihren Gedanken und „Taten“ in Gedichtform zu berichten. Nach seinem Tod blieb sie für drei Jahrzehnte still. Seit zwanzig Jahren schreibt sie wieder, fotografiert (sehr) viel, gestaltet daraus Bücher, arbeitet gern in ihrem Garten und schreibt darüber.
Christina Stark ist Künstlerin und Linguistin, sie studierte Bildhauerei an der Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft in Alfter bei Bonn und germanistische Linguistik und Philosophie an der Humboldt Universität zu Berlin. Sie lebt und arbeitet in Berlin und hat für ihre künstlerische Forschung sowohl lokale als auch europäische Förderungen und Residenzen erhalten: für künstlerische Forschung zum Thema sprachliches Handeln von der finnischen Kone Foundation und zum Thema Polylanguaging von der Dezentralen Kulturarbeit Berlin Treptow-Köpenick; Kunstpreisnominierungen für den säkularen DA! art award in Düsseldorf und den Kunstpreis des Hauses am Kleistpark in Berlin; künstlerische Forschungsresidenzen in Mynämäki, Saari Residence und Joutsa, TUO TUO, beide in Finnland; Förderung der feministischen Intervention galerie asterisk* durch das Bundesprogramm NEUSTART KULTUR und wichtig zu erwähnen, ein Stipendium für Künstlerinnen mit Kindern des Künstlergutes Prösitz in Sachsen.
Neben ihrer künstlerischen Forschung hat sie feministische Kunstinterventionen wie galerie asterisk* und solidary:WE initiiert. Sie ist in Künstlerinnenorganisationen wie Fair Share for Women Artists und Kunst+Kind Berlin, einer Initiative für Chancengleichheit im Kunstbetrieb, aktiv.
Zudem übersetzt sie Kunstbegleittexte in Leichte Sprache und setzt sich mit der Frage der Barrierefreiheit von Kunst auseinander.
Stephanie Anne Kathrin Frank, Jahrgang 1978, ist studierte Literaturwissenschaftlerin und wurde im Bereich Technikphilosophie promoviert. Sie arbeitet seit mehr als 15 Jahren für Digital- und Kreativagenturen und verantwortete als Kreativdirektorin zahlreiche Kampagnen für nationale und internationale Marken.
2015 begann sie ein Forschungsprojekt zum Thema Kybernetik und Epistemologie an der TU Berlin. Bereits sieben Jahre vor Einführung von ChatGPT und vergleichbaren Anwendungen forschte sie zur Frage, welche Folgen aus der Nutzung von LLMs (Large Language Models) und anderen assistiven Technologien auf die individuelle Erkenntnisgewinnung und künstlerische Prozesse resultieren könnten. 2024 rief sie das Projekt HFNGALERIE ins Leben und initiierte das erste POE/SIE Festival.
SESSIONS
Love, AI
In der Diskussion um KI im Kunstbetrieb wird in der Regel auf zwei Themenbereiche abgezielt: auf die Konkurrenz zwischen künstlich generierten und menschlich produzierten Werken und auf die formalen Möglichkeiten, die sich durch assistive Technologien in der Kunstproduktion ergeben. Für den Vortrag Love, AI soll ausdrücklich keine dieser beiden Fragestellungen beleuchtet werden. Vielmehr werden Aspekte aus dem Bereich intelligente Environments und schöpferisch-künstlerische Produktion in den Blick genommen. Von der Frage nach der Entstehung eines intentionalen Werks bis hin zu den individuellen Erfahrungsräumen, die sich in cyber-technologischen Environments für Produzenten und Rezipienten graduell verändern. Zur Verdeutlichung der Hypothesen endet die Session mit einer Versuchsanordnung zum Thema Lyrik und dem LLM Claude von Anthropic.
Kostbare Zeilen
Die Autorin Gaby Reimers liest aus ihrem Briefwechsel mit dem Maler Hans Peters
In den 70er Jahren lernt die junge Fehmaranerin und Mutter von zwei kleinen Kindern den Grafiker und Maler Hans Peters kennen. Der Künstler, den sie zuerst nur bewundert, wird schon nach kurzer Zeit zum Mentor und schließlich zu einem geliebten Freund. Sowohl der Ehemann von Gaby Reimers als auch die Ehefrau von Hans Peters erkennen, welche Inspirationskraft in dieser Beziehung liegt und unterstützen die enge Freundschaft zwischen den beiden. Eine Freundschaft, die für Gaby Reimers den Weg in die Lyrik einläutete und Hans Peters eine letzte große Liebe schenkte.
Windrichtung: Lov’
Autorinnen aus Nord, Ost und Süd lesen aus ihrem Werk
Aus Fehmarn: Gaby Reimers
Aus Berlin: Christina Stark
Aus Wien: Michaela M. Hintermayr
Begleitet von: Martin Lichtmann, Improvisationen auf dem Kontrabass
Von Fehmarn bis nach Wien, von Naturliebe bis zu Großstadtbefunden: Die Arbeiten der drei Autorinnen Gaby Reimers, Christina Stark und Michaela M. Hintermayr nehmen das diesjährige Motiv des POE/SIE Festivals auf unterschiedlichste Art in den poetischen Blick. Der Künstler Martin Lichtmann improvisiert dazu Übergänge auf dem Kontrabass – zwischen den Vorträgen; zwischen Stimmungen und Sprachbildern. Mit Klängen und Geräuschen lotet er dabei die Bandbreite des Kontrabass-Spiels aus.
Visual Poetry by Christina
Die Künstlerin Christina Stark tritt in den Dialog mit dem Publikum. Sie berichtet nicht nur von ihrer Arbeit im Bereich Visual Poetry, sondern nimmt auch gerne Fragen des Publikums auf, erörtert Entstehungsprozesse und Inspirationsquellen.
Special Screenings
Bei der Video Poetry-Spätvorstellung steht das Experimentelle im Vordergrund. Drei kurze filmische Arbeiten, die das Thema „LOVE“ fokussieren.
Dauer ca. 15 min
LOCATION
Alle Veranstaltungen des POE/SIE Festivals #2 finden über dem Meer – im rundum verglasten Schutzraum der Seebrücke von Heiligenhafen statt. Der Schutzraum befindet sich am Ende des „linken Knicks“ der 435 Meter langen Seebrücke.
Aufgrund der begrenzten Sitzplätze ist der Einlass zu den Veranstaltungen nur nach vorheriger Anmeldung möglich.










